The Re-Stoned - Plasma (Musikreviews Review)

Ilya Lipkin ist einer der Ausbunde an Kreativitat innerhalb der russischen Rock-Szene, und diese Wahrnehmung beruht nicht nur darauf, dass man wenig uber sie wei? im Westen, sondern lasst sich auch an der Qualitat dessen festmachen, was er mit seinen Projekten - allen voran THE RE-STONED - zur Veroffentlichnung freigibt. Dabei lasst er sich, gleichwohl mit anderen Schwerpunkten, ebenso konsequent nicht in seinen Retro-Sound pfuschen wie etwa der Deutsche Dave Schmidt.

Auf "Plasma" bringt Ilya zum ersten Mal zwei Stucke mit Gesang ein, aber ansonsten bleibt alles wie gehabt: THE RE-STONEDs Stoner-Instrumentals zeugen immerzu von Klasse, weil der Komponist in seiner Motivwahl sehr anspruchsvoll zu sein scheint: Jeder Track verfugt uber ein unverkennbares Merkmal. Eingerahmt von den Longtracks "Faces Of Earth" (psychedelisch wie selten zuvor) und "Alpha Rhythm" (wirklich spannender Kraut-Ambient) entspinnt sich ein einheitliches wie farbenfrohes Bild. "Grease" lockert angenehmerweise mit Blues-getranktem Uptempo auf und wurde neben "Acoustic" (was ist das wohl?) von VESPEROs Arkady mit Space-Keyboards verziert. "Today" ist das erste der Gesangs-Lieder, toll inszeniert von Veronika (singt bei Ilyas Folkband WALDSONNE) und prinzipiell etwas fur die Klientel von JEY THOTH bis CELESTIAL SEASON - Doom mit Frauchen am Mikrofon eben.

Gerade fur "Moon Dust" brauchen THE RE-STONED keine Stimme, weil der Gitarrist eine au?erst eingangige Melodie etabliert und uber acht Minuten hinweg variiert. Leerlauf? Nicht einmal wahrend des wabernden Ausklangs, der praktisch als Einleitung von "The Clay God" fungiert, einem "Electric Funeral" (Wah-Wah ...) fur den Osten. Die ergreifende Ballade "Julia Dream" macht dann tatsachlich auf JEFFERSON AIRPLANE und stellt mit dem angesprochenen Opener das starkste Zugestandnis an die ganz alte Zeit dar. Um "Plasma" also mit seinem Vorganger zu vergleichen sei gesagt: Nie waren diese Russen abwechslungsreicher und eindeutig sie selbst, so man nicht per se abkanzelt, was sich von fruheren Jahrzehnten beeinflussen lasst.

FAZIT: THE RE-STONED sind nur geringfugig weniger Konsens-fahig als die uber Gebuhr gefeierten COLOUR HAZE oder MY SLEEPING KARMA dieser Welt, dafur aber umso variabler. 2012 ist "Plasma" eine der starksten Scheiben im Bereich "Aus Alt mach Neu" - rockt und schwelgt, zischt, wackelt und hat Luft.

Musikreviews Review (February 10, 2012)